TEquality - Technik.Gender.Equality

Forschungsfragen und Methoden

Forschungsfragen:
→ Sind die an der TNF gebotenen Studienbedingungen geeignet, den Studienerfolg beider Geschlechter gleichermaßen zu fördern? Ist die Identifikation mit dem Studium im gleichen Ausmaß möglich? Gibt es verdeckte oder offene Benachteiligungen für ein Geschlecht, die es auszugleichen gilt?

→ Welche Maßnahmen können empfohlen werden, um mehr Geschlechtersensibilität und damit auch mehr Geschlechtergerechtigkeit an der TNF zu erreichen, ohne eine Reproduktion von Geschlechtsunterschieden zu befördern oder zu zementieren?

Analyseleitende Fragen:
→ Warum beenden StudentInnen der Mechatronik oder Informatik ihr Studium, bzw. warum beenden sie es nicht? Welche (fördernden und hemmenden) Faktoren beeinflussen den Studienerfolg?
→ Wie erleben TechnikstudentInnen, AbbrecherInnen und WechslerInnen ihre Situation?
→ Wie gestaltet sich die Kultur der Fakultät hinsichtlich des Spannungsfeldes "Technik und Geschlecht"?
→ Welche Anforderungen müssen bei der Identitätsbildung als TechnikerIn bewältigt werden?
→ Ergeben sich aus den primär männlich strukturierten Studien- und Berufsbedingungen im Technikbereich spezielle Probleme für Frauen?
→ Welche Mechanismen, die die traditionell männliche Kultur stabilisieren, werden trotz formeller Chancengleichheit und der Definition der Fachgebiete über "objektive Leistungskriterien" wirksam?

Uns war es dabei nicht nur wichtig, Hürden und Barrieren zu identifizieren, die zum Abbruch führen, sondern auch jene Bedingungen aufzuzeigen, die zu Fortsetzung und Abschluss des Studiums motivieren. Als Ziel der Studie betrachteten wir, ein differenziertes Verständnis der Situation der StudentInnen der Mechatronik und Informatik zu gewinnen. Die Forschungsperspektive zielte darauf ab, das Individuum im Spannungsfeld (a) seiner Biographie, (b) der JKU und ihren Strukturen und (c) der Sub-Kulturen und deren Normen innerhalb der Universität zu verorten. Es sollte untersucht werden, wie Identitätsbildung als TechnikerIn in diesem Spannungsfeld erfolgt und welche Anforderungen dabei bewältigt werden müssen.

Methoden
Insgesamt bedienten wir uns (in unterschiedlichen Anteilen) der Gruppendiskussion, des qualitativen Interviews1, des Erfahrungsberichts2, der teilnehmenden Beobachtung3 als qualitative, einer sekundärstatistischen Analyse der Studierendendaten und der Fragebogenerhebung als quantitative Analyseinstrumente.

Eine Annäherung an den Gegenstand durch die Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden, wie es für die vorliegende Studie der Fall ist, bedeutet im Feld der Studienabbruchforschung durchaus ein innovatives Vorgehen, das es uns ermöglichte, die Fragestellung aufzugreifen, ohne sie in ihrer Komplexität reduzieren zu müssen.


1 Qualitative Interviews: Zusätzlich zu den in den Gruppendiskussionen erfassten Personen konnten noch drei ergänzende Interviews geführt werden – das erste mit einem "frischen" Abbrecher der Mechatronik, das zweite mit einer Studentin der Mechatronik und das dritte mit einem Mechatronikabbrecher und Absolventen der Informatik.
Besonders letztgenanntes Interview betrachten wir als bedeutende inhaltliche Ergänzung unserer Forschungsarbeit, da der Interviewpartner unseren Blick in sehr konstruktiver Weise auf die Probleme ausländischer Studierender an der TNF lenkte. Auf diese Studierendengruppe genauer einzugehen hätte den Rahmen unserer Erhebung allerdings gesprengt, denn ein solches Vorgehen ist mit zusätzlichen, spezifischen Themen und Problematiken und nicht zuletzt auch mit zusätzlichen Daten verbunden. Dennoch sei gerade in Bezug auf die von uns empfohlenen Maßnahmen darauf hingewiesen, dass diese zum Teil ebenso geeignet wären, die soziale und fachliche Integration ausländischer Studierender an der JKU zu fördern.   zurück

2 Erfahrungsbericht: Um der schwierigen Erreichbarkeit von AbbrecherInnen Rechnung zu tragen, haben wir als weitere Erhebungsmethode den "Erfahrungsbericht", einen Fragebogen mit offener Antwortmöglichkeit, eingeführt. Auf diese Weise konnten die Erfahrungen 5 weiterer Studienabbrecherinnen in die Studie einbezogen werden.   zurück

3 Teilnehmende Beobachtung: Durch die Mitarbeiterinnen des Projektes am Campus der JKU und auf diversen Veranstaltungen, unter anderem bei der Studieninformationsmesse (SIM) und den Schnuppertagen von FIT.   zurück