Wie Christine Wächter bereits in ihrem Vortrag für den TEquality-ExpertInnenworkshop "Getting in – staying on – getting on" "Institutionelle Rahmenbedingungen für erfolgreiche Ingenieurinnen Karrieren" ausführte, gilt es in verschiedenen Studienphasen zu intervenieren, um potenziellen Studierenden den Zugang zu öffnen und aktiv zu rekrutieren ("getting in"), diese Studierenden dann durch Studienbedingungen und ein positives, erfolgsförderndes Studienklima zu halten ("staying on") und schließlich erfolgreich in das Berufsleben übergehen zu lassen ("getting on").
Im Zentrum der Studienerfolgsförderung steht das Gelingen einer fachlichen und sozialen Integration der Studierenden.
Die folgenden Empfehlungen für Maßnahmen sind darauf ausgerichtet:
→ Studierende und insbesondere Frauen für ein Technikstudium zu motivieren,
→ Studierende und insbesondere Frauen bei der sozialen und fachlichen Integration zu unterstützen, dadurch
→ Studierenden und insbesondere Frauen Identifikationsangebote anzubieten
→ und so Bindung und Motivation im Technikstudium zu fördern, ohne den Minderheitenstatus zu verstärken und Stereotype zu reproduzieren.
Kernziele:
- Als attraktive Ausbildungsoption wahrgenommen werden
- Aktives Engagement für Frauen in die Technik und für Vielfalt bei den Studierenden repräsentieren und umsetzen
- Ermutigung
- Abbau von Barrieren in der Studieneingangsphase
(1) Prozess der Studienwahlentscheidung
(2) Studieneingangsphase
(1) Prozess der Studienwahlentscheidung
Auf dieser Ebene geht es darum, von Frauen und potenziellen, von der Norm nicht angesprochenen Studierendengruppen als attraktive Ausbildungsoption wahrgenommen zu werden und einen Zugang zu schaffen. Vorhandene Angebote an der JKU sind die Studieninformationsmesse und die Aktivitäten von FIT (Information an Schulen, Schnuppertage), die bereits auf gute Erfolge verweisen können.
Diese Ebene liegt zwar etwas außerhalb der üblichen Reichweite universitärer Einrichtungen, ist aber zentral für die Erhöhung der Frauenbeteiligung und bildet für dieses Anliegen den strategischen Ansatzpunkt.
- Integrierender Ansatz bei der Präsentation der Studienrichtungen (SIM etc.)1
- Gezieltes Ansprechen potenzieller Studentinnen
- Kooperationen mit Schulen
→ Tage der offenen Tür an den TNF-Instituten
→ Kontakte zu Schulen und SchülerInnen aufbauen
→ Austausch zwischen Studierenden und potenziellen Studierenden = SchülerInnen fördern und die Vorbildwirkung von "Peers" nutzen, die zum Beispiel aus ihrem Studienalltag berichten und ihre Arbeiten vorstellen
→ Sommerkurse und Workshops für Schülerinnen an der TNF
→ Ansprechende, informative Homepages mit Kontaktmöglichkeit und Forum
... BEST PRACTICE:
Techno Club Berlin: Der TCB motiviert Schülerinnen für naturwissenschaftliche und ingenieurswissenschaftliche Studienrichtungen mit einem partizipativen und prozessorientierten Ansatz.
Aktivitäten, die Schülerinnen Einblicke in den Universitätsalltag, ins Technikstudium und in entsprechende Berufsalltage ermöglichen und ihnen Lehrende wie Studierende vorstellen, regen an, ein technisches Studium in Erwägung zu ziehen. Schülerinnen können so realistische Vorstellungen vom Studium entwickeln und sich darüber hinaus einen Einstiegsvorteil verschaffen: Entscheiden sich die Schülerinnen für ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium, können sie bereits auf einen großen Wissens- und Ressourcenvorsprung zurückgreifen, der den Einstieg ins Studium wesentlich erleichtert und das Selbstvertrauen stärkt. Barrieren am Studienbeginn werden abgebaut, indem die fachliche und soziale Integration bereits im Vorfeld des Studiums angeboten und gefördert wird.
Die Aufbereitung einzelner Themen für Schülerinnen im Rahmen von Workshops und Probevorlesungen durch Lehrende stellt diese vor die Aufgabe, Studieninhalte auf ein einfaches Niveau herunterzubrechen und ansprechend zu vermitteln, was Verständnis für das Einstiegsniveau der Studierenden und didaktische Kompetenzen fördert.
... Potenziale an der JKU: Mit FIT (Information an Schulen, Organisation von Schnuppertagen, "Telementoring") und Admina (Workshops für Studentinnen) sind bereits ähnliche Projekte an der JKU implementiert, deren Reichweite vergrößert und durch Aktivitäten der TNF-Institute erweitert und ergänzt werden könnten. Den angesprochenen Schülerinnen wird so vermittelt, dass sie eine tatsächlich erwünschte Zielgruppe darstellen, um die man sich aktiv bemüht und die trotz der Minderheitensituation auf Einbindung zählen kann. Erworbene Erfahrungen bringen nicht nur konkrete Vorteile bei der Aufnahme eines Studiums, sie stärken auch das Selbstbewusstsein der Studienanfängerinnen und wirken so Effekten des Minderheitenstatus und der Beweislast der Technikkompetenz auf individueller und fachkultureller Ebene entgegen.
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(2) StudieneingangsphaseVor allem geht es um die Überwindung der Einstiegsprobleme in der abbruchsensiblen Phase der ersten Semester. Aufgrund der eindeutigen und heftigen Problematisierung durch die Befragten und dem Faktum, dass in dieser Phase die meisten Studierenden verloren gehen, ist eine problemzentrierte Revision der Studieneingangsphase dringend zu empfehlen. Mit den empfohlenen Interventionen im Vorfeld der Inskription könnten Barrieren der Eingangsphase bereits im Vorfeld zumindest teilweise reduziert werden. Insgesamt ist zu empfehlen:
- Abbau von Barrieren am Studienbeginn
- Förderung von Lernkultur und positiver Lernumgebung
- Brückenkurse für unterschiedliche Vorbildungen vor Studienbeginn
- Förderung der Lernkultur: "Peer Mentoring"
- Niederschwellige Angebote für Fragemöglichkeiten
- Transparente Anforderungen, qualitativ hochwertige Lehr- und Lernunterlagen
- Motivation und Stärkung des Selbstvertrauens
- Studienplan Grundlagenstudium
... BEST PRACTICE:
Carnegie Mellon University (CMU): Als Universität, der es mit gezielten Maßnahmen gelungen ist, die Frauenanteile im Studienfach Computer Sciences innerhalb weniger Jahre dramatisch zu erhöhen, sorgt derzeit die Carnegie Mellon University international für Aufsehen und Interesse an ihrem Erfolgskonzept.
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Förderung der Lernkultur: "Peer Mentoring"
Gruppenbildung und die Arbeit in Gruppen auch in der Lehre zu fördern bedeutet, die soziale und fachliche Integration der Studierenden zu fördern. Um die Spaltung nach Vorbildungstypen zu reduzieren, kann an die Studierenden appelliert werden, Lerngruppen zu bilden und dabei die Vorteile unterschiedlicher Kompetenzen und Erfahrungen konstruktiv und kollaborativ zu nutzen.Ebenso kann auf den Wert der Erfahrungen fortgeschrittener Studierender verwiesen werden. Eine systematische Integrationsförderung könnte darin bestehen, Angebote zur "Paarbildung" (vgl. Best Practice, Carnegie Mellon University) zwischen StudienanfängerInnen und fortgeschrittenen Studierenden zu machen. Auch wenn eine "Paarbildung" nicht von allen angenommen wird, so öffnet das Angebot doch einen Zugang zu älteren Studierenden als wertvolle Informationsquellen. Es sollte gewährleistet werden, dass Studentinnen auf diese Weise niederschwellig die Möglichkeit erhalten, Kontakte zu anderen Studentinnen aufzubauen.
Für die Entwicklung der Lernkultur in Arbeitsgruppen sollten Räume zur Verfügung gestellt werden.
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Niederschwellige Angebote für Fragemöglichkeiten
Anlaufstellen für einfache Fragen zum Stoff und Fragemöglichkeiten vor Prüfungen können in Form betreuter Lernräume, durch Lernräume für Gruppen oder durch virtuelle Angebote zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist, dass solche Angebote in einer möglichst hierarchie- und angstfreien Atmosphäre umgesetzt werden.Da die Hemmschwelle zu fragen gegenüber den "Peers" oft niedriger ist, kann die Betreuung des Lernraumes durch ältere Studierende oder die Einrichtung von "Peer-Sprechstunden" die Akzeptanz des Angebots sowie die Vernetzung und Integration der Studierenden fördern. Daneben erscheinen Anlaufstellen für einfache Fragen in anonymer Form wie beispielsweise virtuelle, moderierte Foren sinnvoll.
Tutorien gelten bei Studierenden mehr oder weniger ausschließlich für die soziale Integration als hilfreich. Der Zusammenhang zwischen sozialer und fachlicher Integration wie die Vorteile kollaborativen Lernens für den individuellen Lernfortschritt können StudienanfängerInnen explizit vermittelt werden.
Als Lösung für das Frageproblem und gleichzeitige Strategie der Lernkulturförderung bietet sich an, speziell am Studienbeginn sowie vor bzw. während der Prüfungszeiten Frageangebote zu institutionalisieren, wie Räume für das Lernen in Gruppen – besonders zum Lösen von Übungen und Lernen vor Prüfungen – in Lehrveranstaltungen anzubieten, die zu bestimmten Zeiten auch betreut werden (vgl. Best Practice, Carnegie Mellon University).
Diese Empfehlungen machen das Fragen selbst für die Studierenden nicht unbedingt leichter – bestimmte Gruppen können durch solche Angebote jedoch besser angesprochen werden. Wie sich in den Aussagen der Befragten zeigte, ist es primär das Angebot, das zählt. Werden verschiedene Kanäle für Fragemöglichkeiten angeboten (Lehrende, ältere Studierende, Gruppen und Lernräume), ist davon auszugehen, dass diese auch in unterschiedlichem Ausmaß genutzt werden – was mit den verschiedenen Fragezwecken (vgl. Ergebnisse der qualitativen Erhebung) zusammenhängt.
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Transparente Anforderungen, qualitativ hochwertige Lehr- und Lernunterlagen
Prüfungsanforderungen können durch Probeklausuren und klare Lernziele transparent gemacht werden. Lehrende sind gefordert, Lernunterlagen und Literaturhinweise in dem Ausmaß und der Qualität zu geben, dass Studierende damit auch die praktische Prüfungsreife erlangen können.→ zurück
Motivation und Stärkung des Selbstvertrauens
Bereits die ausgeführten Maßnahmen sind geeignet, positiv auf das Selbstvertrauen der StudienanfängerInnen und auf ihre Motivation einzuwirken. Dazu gehört auch eine wertschätzende Haltung gegenüber den Bemühungen der Studierenden, ihre Einstiegsprobleme ernst zu nehmen und Einblicke in den Prozess des Techniklernens zu vermitteln. Wichtig für die Studierenden sind klare Lernziele, transparente Prüfungsanforderungen und eine Lehre, die auf diese Anforderungen ausreichend vorbereitet.→ zurück
Für das Grundlagenstudium wird eine Revision empfohlen, in der die Notwendigkeit und Intensität aller vermittelten Grundlagen kritisch überprüft und dadurch eventuell verzichtbare Hürden abgebaut werden können. Brückenkurse erlauben ein einheitlicheres Einstiegsniveau der StudienanfängerInnen. Ziel der Revision sollte sein, die Inhalte der Grundlagenlehrveranstaltungen und den Aufbau des Grundlagenstudiums sorgfältig aufeinander abzustimmen. Neben einer am Lernprozess orientierten besseren inhaltlichen Koordination besteht die Möglichkeit, das Grundstudium durch Auflockerung "studierbarer" zu machen, indem die anspruchsvollen technischen Fächer aufbauend, also nacheinander zu absolvieren sind, und bereits in den ersten Semestern Wahlmöglichkeiten oder andere Fächer angeboten werden.
Gewünscht werden jedenfalls mehr Wahlmöglichkeiten und eine bessere Verteilung der Grundlagenfächer. Bessere Verteilung muss dabei nicht bedeuten, dass Grundlagen gekürzt oder vereinfacht werden, sondern vielmehr, dass die Systematik der Vermittlung, der Aufbau des Grundlagenstudiums nach inhaltlichen und didaktischen Erkenntnissen so modifiziert wird, dass die anfängliche Überforderung reduziert und ein schrittweiser Lernfortschritt gewährleistet ist.
Da die Grundlagen als trockene Lernmaterie gelten, kann eine solche Auflockerung (durch zeitliche Umstrukturierung und Wahlmöglichkeiten) zur Motivation beitragen. Klare Lernziele und Anwendungskontexte unterstützen die Studierenden, die Grundlagen sorgfältig lernen zu können.
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Kernziele:- Schaffung erfolgsfördernder Studienbedingungen durch problemzentrierte Anpassungen
- Einführung von Studienverlaufsmonitoring als Steuerungs- und Evaluierungsinstrument
- Förderung der Vereinbarkeit von Studium mit Beruf oder Familie
- Spezielle Fokussierung des Problembereiches Didaktik
- Studienbedingungen
- Ausbildungsprofile – Studienplan und Lehrinhalte
- Qualität der Lehre und Didaktik
- Sensibilisierung
Die Befragten gaben folgende Anregungen zur Verbesserung der Studienbedingungen:
- Verbesserungen des KUSSS hinsichtlich Lehrveranstaltungssuche
- Bessere inhaltliche und zeitliche Abstimmung der Lehrveranstaltungen
- Anpassung der Stundenanrechnung von Übungen an den tatsächlichen Arbeitsaufwand
- Bessere Koordination von Prüfungen (Vermeiden von Prüfungsstaus)
- Lernräume mit ausreichend Steckdosen zur Verfügung stellen
- Auswahlalternativen bei Lehrveranstaltungsangeboten und PrüferInnenwahl
-
Verbesserung der Studienorganisation:
Ausdehnung der Öffnungszeiten der Studien- und Prüfungsabteilung -
Förderung der Vereinbarkeit:
E-Learning Angebote und LV-Angebote abends, an Freitagen und Wochenenden. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Bindung der Studierenden zu legen, um einem "Wegdriften" als fortgesetztem Prozess der sozialen und fachlichen Desintegration entgegenzusteuern. So könnte die Bildung von Arbeitsgruppen der Berufstätigen in speziell für diese angebotenen Lehrveranstaltungen gefördert werden.
-
Peergroup Mentoring:
Die Unterstützung der Lernkultur und der Erhalt der sozialen Integration der Studierenden sind auch im fortgeschrittenen Studium bedeutsam. Es gilt, die fachliche wie die soziale Entwicklung und Einbindung der Studierenden zu fördern. Gelingen kann dies durch die Einrichtung sozialer Räume für Studierende (zum Beispiel während der Prüfungszeiten) oder in Form von DiplomandInnenstammtischen, durch Exkursionen oder durch gemeinsame Veranstaltungen mit Lehrenden, wie "Social Events", die in der Mechatronik bereits teilweise eingeführt sind. Der Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden auf einer persönlichen Ebene wird als motivierend erlebt. -
Studienverlaufsmonitoring:
Mittels systematischer Datensammlung und Evaluierung der Studienverläufe können weitere Barrieren im Technikstudium identifiziert und der Erfolg von gesetzten Maßnahmen gemessen werden. Es kann also beobachtet werden, ob bestimmte Studierendengruppen geringere Studienerfolge vorweisen können und ob sich für diese spezielle Barrieren aus den Studienbedingungen ergeben. Studienverlaufsmonitoring ist zur Begleitung der Implementierung von Maßnahmen als strategische Interventionen ein besonders wichtiges Instrument, nicht zuletzt, um auch die Geschlechtergerechtigkeit der Studienbedingungen laufend zu überprüfen. Hier ist besonderes Augenmerk auf die Übergänge zwischen den Studienabschnitten bzw. den Studiengängen (Bakk./ Mag./Dipl.-Ing./Doktorat) zu richten. Beobachtet werden sollte, ob sich geschlechtsspezifische Studienverläufe ausprägen – diesen ist entsprechend gegenzusteuern.
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Ausbildungsprofile – Studienplan und Lehrinhalte
Insgesamt werden mehr Auswahl und mehr Möglichkeiten zur Studiengestaltung gewünscht. Dabei geht es einerseits um Auswahlmöglichkeiten und Schwerpunktsetzungen in technischen Fächern, andererseits um überfachliche Qualifikationen und interdisziplinäre Kompetenzen. Erfolg versprechende Schwerpunkte hat die TNF selbst in ihrem Strategieplan formuliert. Die angestrebte Schwerpunktsetzung im Bereich "Didaktik in Naturwissenschaft und Technik" sowie "Soziale Kompetenz" könnte Verbesserungen für genau jene Problemfelder einleiten, in denen auch die Befragten Verbesserungspotenzial orten. Gewünscht werden:- Angebote, im Rahmen des gewählten Studiums interdisziplinäre und überfachliche Qualifikationen erwerben zu können, wie wirtschaftliche und juristische Inhalte, Ethik, Sprachen und Wissenschaftstheorie
- Mehr Auswahlmöglichkeiten für die Entwicklung eines breiteren, professionellen Qualifikationsprofils, wobei Kooperationen mit den anderen Fakultäten sowie mit anderen Einrichtungen, wie Fachhochschulen, Fernuniversität und Kunstuniversität etc. angeregt werden
- Frühere Möglichkeiten zur technischen Spezialisierung, zum Beispiel durch Einführung von Studienschwerpunkten wie Mathematik, Physik, Bioinformatik, Bionik, medizinische Informatik, Medizintechnik, technische Informatik, praktische Informatik
- Informatik: ein breiteres Spektrum an Systemen zu behandeln, mehr Open Source; mehr Praxisorientierung in den Fächern Hardware, Netzwerktechnik, Computergrafik, mehr Praktika und mehr angewandte Informatik
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Qualität der Lehre und Didaktik
- Evaluierungen von Lehrveranstaltungen müssen in entsprechender Form unter Gewährleistung der Anonymität von allen Lehrenden durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Evaluierung sollen mit Konsequenzen verbunden sein, die Einrichtung einer anonymen Beschwerdestelle wird angeregt
- Einführung von Diplomarbeitssprechstunden
- Lehr- und Lernunterlagen: Aktuelle, korrekte und verständliche Skripten mit anschaulichen Beispielen, Online-Angebote und Zugang zu vergünstigten Softwarelizenzen werden eingefordert
- Förderung der didaktischen Kompetenzen der Lehrenden; verpflichtende Fortbildungen sind aufgrund der heftigen Kritik in Erwägung zu ziehen
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Alle Ansätze, sich zu Bedeutung und Wirkungen von Geschlecht in technischen Disziplinen Gedanken zu machen und entsprechende Themen an der TNF zu implementieren, sind zu begrüßen. Im Entwicklungsplan der JKU ist z.B. die Einrichtung einer Professur für Didaktik der Technik vorgesehen, mit der auf geschlechtergerechte Unterrichtskultur und Vermittlungsmethoden Bezug genommen werden soll (JKU, Entwicklungsplan der JKU, S. 80 ff.). Die Einrichtung einer solchen Professur ist zu empfehlen, wenn auch Didaktik keinen geschlechtsspezifischen Problembereich darstellt. Eine solche Professur könnte als kompetente Anlaufstelle für TNF-Lehrende fungieren – die Auseinandersetzung mit den eigenen Lehrprinzipien und Lernbedingungen sowie Bedürfnissen und Studienrealität der Studierenden ist allerdings von den jeweiligen Lehrenden selbst zu leisten. Neben dem unmittelbaren Verbesserungspotenzial für die Lehrqualität an der TNF selbst könnte eine solche Professur durch Multiplikationseffekte auch für die Rekrutierung von Studierenden, also auf der Ebene "getting in" Bedeutung erlangen (vgl. Best Practice, Carnegie Mellon University).
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Kernziele:- Förderung des Übergangs ins Berufsleben durch Praxisnähe im Studium
- Spezielle Angebote für Frauen in männerdominierten Berufsfeldern
Dem frauenspezifischen Anforderungsprofil (Strategien zum Umgang mit dem Minderheitenstatus und der Beweislast der Technikkompetenz) ist durch entsprechende Angebote Rechnung zu tragen. Aber auch männliche Absolventen wünschen sich Angebote wie Bewerbungstrainings sowie Unterstützung bei der Berufsorientierung. Hier kann die TNF für Veranstaltungen auf das Engagement und die auch nach Abschluss des Studiums von vielen Befragten aufgewiesene positive Bindung an die TNF sowie auf Kooperationen mit regionalen Unternehmen zurückgreifen.
- Verweise auf Anwendungskontexte in der Lehre
- Einblicke in die Praxis fördern durch spezielle Angebote wie Exkursionen, Vorträge und Förderung des Austausches mit AbsolventInnen während des Studiums
- Förderung von Projektarbeiten und Praktika
- Kombinierte Angebote für StudentInnen: Berufsorientierung, Bewerbungstrainings und Persönlichkeitsbildung für TechnikerInnen, spezielle Angebote für Frauen im männerdominierten Berufsfeld
- Kooperation mit Firmen, Sensibilisierung für die Vorteile der Nachwuchsförderung und die spezielle Problematik Minderheitenstatus und Beweislast
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1 Einen problematischen Eindruck ruft die Delegierung des Anliegens (die Frauenbeteiligung in technischen Disziplinen zu erhöhen) an spezielle Einrichtungen hervor: Denn die räumliche und organisatorische Aufteilung (zum Beispiel auf der SIM) vermittelt den Eindruck einer Defizitorientierung bzw. signalisiert ein "Spezialproblem" in Zusammenhang mit Frauen und Technik. Ein (räumlich, organisatorisch und personell) integrierender Ansatz, d. h. eine Strategie, die von Schlüsselpersonen der betroffenen Studienrichtungen mitgetragen und repräsentiert wird, entlastet schließlich auch die wenigen weiblichen Vorbilder, indem die Verantwortung für die Akquisition von weiblichem Nachwuchs geteilt, und nicht delegiert wird. → zurück